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Wirtschaftsstandort Zentral in Deutschland

Die Dämmung des Dachbodens

Dämmung des Dachbodens (Quelle: Hessische Enrgiespar-Aktion)

18.02.2013
Kann oder soll das Dach nicht ausgebaut werden, bietet sich die Dämmung der Obergeschossdecke an. Obergeschossdecken bestehen z. B. aus Holzbalken, Ziegel- oder Bimshohlsteinen mit Lehm-, Sand- oder Schlackeschüttungen. Ab 1945 kamen Stahlbetondecken hinzu, manchmal völlig ungedämmt. Auch beim horizontalen Kehlbalken (Spitzboden) fehlt oft der Wärmeschutz. "Die nachträgliche Dämmung kostet wenig Geld, weil sie einfach auszuführen ist. Für ein typisches Einfamilienhaus sinkt dadurch der Energieverbrauch um 10 bis 20 %. In vielen Fällen verschwindet mit der Dämmung auch die sommerliche Überhitzung vom Dachraum her", so Werner Eicke-Hennig, Leiter der Hessischen Energiespar-Aktion, ein Projekt des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirt-schaft und Verbraucherschutz.
"Wir empfehlen 20 cm Dämmstärke. Denn die Dämmung ist bei normaler Nutzung unzerstörbar und hält mindestens 50 Jahre. Nie zu kurz springen, heißt die Devise. Die EnEV fordert bei ohnehin anstehenden großflächigen Instandsetzungsmaßnahmen einen U-Wert von 0,24 W/ (m²K), wofür bereits 12 bis 14 cm Dämmstoff reichen. Für Dachböden gibt es eine unverzügliche Nachrüstpflicht mit derselben U-Wert-Anforderung, denn diese Frist ist bereits abgelaufen. Die Anforderung gilt jedoch nicht für selbstnutzende Eigentümer mit bis zu einer weiteren Wohnung im Haus. Zeit zum Handeln, denn Dachbodendämmung ist einfach und kostengünstig. Näheres siehe § 10 EnEV von 2009", so der Energieexperte weiter.
Als Dämmstoffe stehen Glas- und Steinwollematten, Polystyrol- oder Polyurethanplatten, Zelluloseflocken und Naturfaserplatten zur Verfügung. Wählen Sie nach Ihrem Geldbeutel aus. Weiteres Entscheidungskriterium: Der Dämmstoff sollte auf unebenen Böden gut anliegen können und nicht von kalter Außenluft unterströmt werden. Sind Verschläge im Dachraum (Mietwohnungen), müssen diese meist unten abgeschnitten werden. Wenn keine 20 cm Dämmstoff eingebaut werden können, sollte man einen Dämmstoff mit besserer Dämmfähig-keit wählen (WLG 0,03-0,020 W/(mK)), der jedoch auch teurer ist. Unter dem Dämmstoff ist keine Folie erforderlich (Diffusionshemmende Schicht). Sie kann nur dann zur Sicherheit zusätzlich eingebaut werden, wenn die OG - Decke als Holzbalkendecke luftundicht sein könnte, damit keine feuchtwarme Luft aus dem beheizten Bereich von unten einströmen kann.
Dämmstoffplatten oder Rollen werden auf der OG - Decke ausgelegt. Eine zweischichtige, kreuzweise Verlegung von 2∙10 cm verhindert aufklaffende Stoßfugen bis zur alten, nun warmen Deckenoberfläche. Die Dämmung dicht an die Eindeckung heranführen. Ist der Sparrenfußpunkt ausgemauert, wird diese stark Wärme leitende Stelle durch Dämmstoffstreifen überdeckt. Wenn Sie den Dachboden begehbar halten müssen, kommen zum Dämmstoff noch Hartfaserplatten o. Ä. hinzu. Sie ist oftmals teurer als die Dämmung selbst. Die Dicke des Belags beträgt bei mäßiger Belastung nur 9 mm, das spart Kosten. Auch eine begrenzte Laufstraße aus Hartfaserplatten spart Geld. Trittfeste Dämmstoffe ermöglichen den Verzicht auf eine Abdeckung, wenn die OG - Decke nur selten begangen wird. Sie gibt es sowohl als Steinwolle- als auch als Hartschaumplatten. Für Dachräume, die nicht ausgebaut werden können, kann auch eine Einblasdämmung gewählt werden. Hierbei wird über ein Rohr der flockige Dämmstoff vom Lieferwagen direkt auf den Dachboden geblasen. Zellulose-, Steinwolleflocken oder Perlitegranulat sind in wenigen Stunden eingeblasen. Diese Dämmung ist nicht begehbar, aber man kann durch sie "hindurchwaten", wenn der alte Fußboden tragfähig ist. Begehbare Holzwerkstoffplatten auf Holzböcken, die den Hohlraum für den Einblasdämmstoff sichern, sind ebenfalls möglich.
Die Kosten für eine Dachbodendämmung von 20 cm Stärke betragen ca. 25 bis 35 Euro pro m². Die Amortisationszeit liegt zwischen 10 und 15 Jahren, je nach erreichter Energieeinsparung, Energiepreisentwicklung und Investitionshöhe. Im Vergleich dazu die Kosten und Wirtschaftlichkeitsrechnung bei einer Steildachdämmung: Die Kosten der Dacherneuerung werden maßgeblich durch die neue Dacheindeckung bestimmt. Für den Dämmstoff und seinen Einbau können 25 bis 60 Euro pro m² kalkuliert werden. Je nach erzielter Heizkostenentlastung amortisieren sich diese Dämmkosten nach 14 bis 20 Jahren. Das Dach hält aber mindestens 40 Jahre - die Dämmung macht sich also zweimal bezahlt. Die Kosten der gesamten Dacherneuerung liegen natürlich höher und richten sich nach dem gewählten Material und dem Schwierigkeitsgrad.
(Quelle: Hessische Enrgiespar-Aktion, Darmstadt, 2013)

Dachdämmung - ohne Ritzen und Fugen

Dämmung des Steildachs (Quelle: Verbraucherzentrale Hessen)

05.06.2012
Ob ein Dach effektiv gedämmt ist, hängt nicht nur vom Dämmstoff und seiner Dicke ab, sondern auch von einer Dachkonstruktion, die luft- und winddicht sein muss. Andernfalls kann durch Ritzen und Fugen Kaltluft von außen einströmen und feuchtwarme Luft von innen nach außen entweichen. Dies führt zu deutlichen Energieverlusten und einem unbehaglichen Raumklima im ausgebauten Dachraum. Hinzu kommt die Gefahr von Tauwasserbildung, wenn sich die feuchtwarme Raumluft auf dem Weg nach draußen abkühlt und im Dachaufbau kondensiert. Dies lässt sich verhindern, indem der Dämmstoff fugendicht verlegt und zudem raumseitig eine so genannte Dampfsperre oder -bremse angebracht wird. Eine diffusionsoffene Unterspannbahn oder eine Unterdachkonstruktion schafft eine winddichte Schicht zwischen Dachziegeln und Wärmedämmung. Beides muss sehr sorgfältig ausgeführt werden, vor allem im Bereich der Folienstöße, des Giebelanschlusses, der Dachflächenfenster und des Schornsteins.
(Quelle: Verbraucherzentrale Hessen, Frankfurt, 2012)

20.04.2009
Bei einer nachträglichen Dachdämmung sind 20 cm Dämmstoff, z.B. zwischen und unter den Sparren das richtige Maß. Wer sich dafür entscheidet, hat im Winter und im heißen Sommer einen Nutzen. Damit die Dämmung wirksam wird, darf Kalt- oder Warmluft nicht an ihr vorbei durch Fugen und Ritzen ins Hausinnere strömen. Raumseitig unter den Dämmstoff wird deshalb eine Folie oder ein Spezialpapier eingebaut. Alle Stöße und Fugen sowie Anschlüsse an Dachflä­chen­fenster, Traufe oder an den Giebelwänden, werden mit Klebebändern oder Klebstoff abgedichtet.
Früher glaubte man bei Feuchteschäden im Dach, die Wasserdampfdiffusion sei Schuld und ordnete Belüftungsschichten an, die kaum einmal funktionierten. Heute wissen wir: Es sind die großen Mengen feuchtwarmer Innenluft, die, durch den thermischen Auftrieb im Haus, mit Überdruck in offene Fugen und Ritzen ins Dach einströmen: 300 bis 1.000 g pro Tag durch eine 1 cm breite und 1 m lange Fuge, während durch Wasserdampfdiffusion nur 1g pro Tag und m² Feuchtebelastung entsteht.
Auf einen fugendichten Dachausbau achtete man früher nicht, weil man die Konsequenzen nicht kannte. Manche vor fünfzehn oder zwanzig Jahren mit 10 cm Dämmmatten ge­dämmten Dächer werden heute deshalb saniert. Nach Abnahme der Innenbekleidung zeigen sich häufig hunderte Meter Fugen. Zugluft im Winter und Hitze im Sommer waren die jahrelang ertragenen Konsequenzen. Solche Dächer sind dermaßen undicht, dass manch­mal sogar die Feuchteschäden ausblieben, weil die von allen Seiten durchziehende Zugluft, die an den Sparrenflanken und im Dämmstoff auskondensierende Feuchte wieder austrock­nete: Glück gehabt, bei hohem Schadensrisiko, zum Preis von Unbehaglichkeit und hohen Heizkosten. Heute werden solche Dächer zum Beispiel mit weiteren 10-12 cm von innen gedämmt und innen diesmal gut gegen Luftströmungen abgedichtet. Die vorhandene Dämmung kann meistens weiter genutzt werden, die neue Dämmung kommt wahlweise darunter oder auf den Sparren. 20 cm Dämmstoff im Dach sind für einen Altbau ein hervorragender Wert. Die Abdichtung wird nach der mittlerweile seit 1996 existierenden "Luftdichtheits-Norm" DIN 4108-7 vorgenommen.
(Quelle: Hessische Enrgiespar-Aktion, Darmstadt, 2009)

Tipp

Zu Dachdämmung und zu allen anderen Fragen rund ums Energiesparen im Alltag informiert die anbieterunabhängige Energieberatung der Verbraucherzentrale Hessen gegen eine Kostenbeteiligung von 5 €.
<< siehe Menü links "Termine und Anmeldung"

mehr auch unter www.energiesparaktion.de und www.verbraucherzentrale-hessen.de