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Wirtschaftsstandort Zentral in Deutschland

Klimaschutz - Wissenschaftliche Grundlagen

Das stabile Klima auf der Erde - Lebensgrundlage für Mensch und Natur

Die besondere Zusammensetzung der Atmosphäre bewirkt u.a., dass die Temperatur auf der Erdoberfläche konstant auf einem Niveau bleibt, auf dem sich unsere natürliche Lebenswelt entfalten kann. Diese Wirkung beruht auf dem sog. natürlichen Treibhauseffekt, der durch die in der Atmosphäre enthaltenen Spurengase verursacht wird. Diese Spurengase werden deshalb auch als Treibhausgase bezeichnet. Menschliche Aktivitäten haben seit Beginn der Industrialisierung in starkem Maße zu einem Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre geführt. Wichtigste Ursache ist die Verbrennung fossiler Brennstoffe, wie Öl, Kohle und Gas, bei der unvermeidbar Kohlendioxid freigesetzt wird. Zum Anstieg der atmosphärischen Kohlendioxidkonzentrationen trägt zudem die fortschreitende Entwaldung des Planeten bei. Bedingt durch die anthropogenen (natürlichen) Emissionen ist die CO2-Konzentration in der Atmosphäre seit dem Jahr 1750 bis zur Gegenwart um über 30 Prozent gestiegen. Neben der CO2-Konzentration steigt durch menschliche Aktivitäten insbesondere auch der Methangehalt in der Atmosphäre. Die erhöhten Methanemissionen sind vornehmlich wasserbedeckten Reisfeldern und der Viehzucht mit ihren immer größeren Viehherden zuzuschreiben. Die Treibhauswirkung von Methan ist wesentlich stärker als die des CO2, allerdings wird das Methan in der Atmosphäre viel schneller wieder abgebaut als Kohlendioxid, dessen besonderes Risiko gerade in der langfristigen Anreicherung liegt.

Durch die rapide Zunahme der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre wird der Treibhauseffekt verstärkt. Dies hat zur Folge, dass sich die Durchschnittstemperaturen auf der Erdoberfläche erhöhen. Wissenschaftlichen Erkenntnisse zufolge sind bei einer weiteren ungebremsten Entwicklung der globalen Treibhausgasemissionen ein Anstieg der globalen Mitteltemperatur an der Erdoberfläche von bis zu 6 Grad Celsius, Verschiebungen der Klimazonen und ganz erhebliche Veränderungen lokaler Klimabedingungen auch bei geringeren Erwärmungen zu erwarten. An vielen Orten der Welt kann man den bereits stattfindenden Klimawandel schon beobachten in Form von Dürren, Überschwemmungen, weiteren Extremereignissen und abschmelzenden Gletschern.

Mit dem Klimawandel drohen gewaltige Schäden

Nach dem letzten Stand der Klimaforschung gilt es als sehr wahrscheinlich, dass die durch den Menschen verursachten Klimaänderungen die natürliche und menschliche Lebenswelt ganz erheblich beeinträchtigen werden. Ohne geeignete Gegenmaßnahmen müsste damit gerechnet werden, dass der Meeresspiegel ansteigen wird. Dies würde die Überflutung ganzer Inselstaaten und zahlreicher tief gelegener Küstenregionen zur Folge haben. Insbesondere in den warmen äquatorialen Klimazonen wird es wahrscheinlich zu einer zunehmenden Austrocknung der Böden sowie zu einem spürbaren Rückgang der Nahrungsmittelproduktion und Artenvielfalt kommen. Davon werden vor allem Entwicklungsländer betroffen sein. Mit der Klimaerwärmung werden ferner Tropenkrankheiten in bisher nicht betroffene Gebiete vordringen können. Nicht zuletzt rechnen die Klimaexperten mit einer Häufung extremer Wetterereignisse wie Wirbelstürme und Dürreperioden.

Treibhausgasemissionen müssen weltweit möglichst rasch und nachhaltig reduziert werden

Das Langfristziel, den globalen Temperaturanstieg auf 2 Grad gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen, hat die Weltgemeinschaft in Kopenhagen im Dezember 2009 in der Kopenhagen-Vereinbarung festgehalten und 2010 in Cancún erstmals offiziell anerkannt. Die jetzige Erwärmung gegenüber vorindustriellen Werten beträgt bereits fast 0,8 Grad Celsius. Wegen der Trägheit des Klimasystems und der langen Lebensdauer von Kohlendioxid in der Atmosphäre wäre ein weiterer Anstieg auch bei sofortigem Stopp der Emissionen unvermeidbar. Um die 2 Grad Obergrenze mit mehr als 50 Prozent Wahrscheinlichkeit einhalten zu können, müssten die globalen Emissionen bis 2050 um mindestens 50 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden. Hinzu kommt, dass die Trendwende der global noch steigenden Emissionen deutlich vor 2020 und eher noch bis 2015 eintreffen muss. Je später die Trendwende, desto stärker müssten die Emissionen nach 2020 gemindert werden - was erfahrungsgemäß nur schwer durchführbar ist. Angesichts der drohenden verheerenden Schäden für die soziale und natürliche Umwelt liegt es in der vorrangigsten Verantwortung der globalen und nationalen Umweltpolitik, unverzüglich wirksame Maßnahmen für den Klimaschutz und zur Reduktion der Treibhausgasemissionen zu ergreifen.

Mit den gegenwärtigen Emissionsminderungszielen der über 120 Länder, die bisher die Kopenhagen-Vereinbarung unterstützen, kann das angestrebte 2 Grad Ziel allerdings nicht eingehalten werden.