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Das Stadtumbaugebiet Külte …

... ist ein über 1.000 Jahre alter Ort mit heute 906 Einwohnern (Stand Juni 2008). Damit ist Külte nach der Kernstadt der zweitgrößte von Volkmarsens fünf Ortsteilen. Die Einwohnerzahl von Külte ist in den letzten Jahren stabil geblieben. Ein östlich des Ortskerns ausgewiesenes Neubaugebiet wird vermutlich zu dieser Entwicklung weiterhin beitragen. Der Ort entstand als Haufendorf und verfügt über einen typischen, historisch gewachsenen Ortskern, dessen bauliche Struktur von kleinteiligen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden geprägt ist. Es überwiegen Fachwerkbauten, in Teilbereichen sind auch Backsteinbauten vorhanden. Der überwiegende Teil des historischen Ortskernes ist als Gesamtanlage denkmalrechtlich geschützt.

Im Süden des Ortskerns stellt die Twiste eine natürliche Grenze der Bebauung dar. Westlich (Teichweg) und nordöstlich (Hortweg) des Ortskerns haben sich zwei Siedlungsbänder entwickelt, die sich in die Landschaft ausdehnen. Am Hakenberg, weiter südlich in der Nähe des Bahnhofs, ist eine weitere, isolierte Wohnsiedlung entstanden. Innerhalb des Ortes gibt es mehrere kleine Handwerksbetriebe sowie am Ortsrand zwei Gewerbebetriebe, die einige Arbeitsplätze bieten. Außerdem bestehen in Külte innerhalb des historischen Ortskerns noch eine Reihe von landwirtschaftlichen Betrieben, die die typischen Hofanlagen weiterhin nutzen.

Külte liegt am linken Talrand der Twiste im Naturraum Volkmarser Becken. Im Westen und Süden ist der Ort eingerahmt von den Ausläufern des Waldecker Berglandes. Külte ist von landwirtschaftlichen Flächen umgeben, Wiesen mit Laub- und Streuobstbeständen sowie kleinere Waldstücke ergänzen das Bild der Umgebung. Aufgrund seiner landschaftlich reizvollen Lage und der günstigen Verkehrsanbindung an die nicht weit entfernten Städte Bad Arolsen und Volkmarsen, hat sich Külte zu einem attraktiven Wohnort mit einer sehr aktiven Ortsgemeinschaft entwickelt.

Räumliche Lage Külte - KLICK auf Karte für Vergrößerung

VORGABEN UND ZIELSETZUNGEN IM INTEGRIERTEN HANDLUNGSKONZEPT

Im Integrierten Handlungskonzept wird Külte als ein Wohnstandort mit relativ guter Ausstattungan öffentlicher und sozialer Infrastruktur und mit weiterem Entwicklungspotenzial im Gewerbebereich klassifiziert. Im Zusammenhang mit Wetterburg und dem Twistesee wird ein Potenzial im Tourismusbereich gesehen (Dienstleistungsangebote, Übernachtungs- und Ferienangebote).

Die erst vor kurzem durchgeführte Dorferneuerung (1994-2002) im historischen Ortskern hatmit ihren privaten und öffentlichen Maßnahmen zur Steigerung der Qualität und Attraktivität dieses Wohnstandortes beigetragen. Im integrierten Handlungskonzept wurde der Ortskern aufgrund der hohen Wohnqualität als geeigneter Standort für die Umsetzung des Konzeptes "Lebensmittelpunkte" ins Auge gefasst. Dies wurde jedoch zurück gestellt und der zentrale Ortskern zunächst nicht in die beiden beschlossenen Stadtumbaugebietes mit einbezogen, da hier aktuell kein dringender Handlungsbedarf besteht.

Die positiven Merkmale des Ortsteils Külte gilt es mit Hilfe von geeigneten Stabilisierungs- und Entwicklungsmaßnahmen im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau zu unterstützen. Die im IHK vorgesehenen Stadtumbaugebiete umfassen einen Bereich westlich des Ortskerns, der die Sporthalle mit Sportplatz und das Betriebsgelände eines Natursteinwerkes, sowie einen zweiten Bereich südlich des Ortskerns, der einen Holz verarbeitenden Betrieb und brachliegende Flächen entlang der Bahnstrecke einschließt. Zur Beurteilung der Rahmenbedingungen für die beiden Stadtumbaugebiete und die dort ansässigenBetriebe wird im Folgenden die gesamte Ortslage näher betrachtet. Aus der Betrachtung des Gesamtzusammenhangs werden danach Ziele für einzelne Handlungsfelder entwickelt und Entwicklungsmöglichkeiten für die Stadtumbaugebiete aufgezeigt.

Zielsetzungen im IHK
> Entwicklung der Qualität und Attraktivität des Wohnstandortes
> Anpassung des Ortes an den demografischen Wandel
> Stabilisierung und Stärkung der vorhandenen öffentlichen und sozialen Infrastruktur sowie der handwerklichen und gewerblichen Bereiche
> Ausbau des Dienstleistungssektors im Tourismusbereich
> Städtebauliche Neuordnung im Bereich der beiden Stadtumbaugebiete

Maßnahmen:
> Vertiefende Untersuchungen und teilräumliche Konzepte
> Klärung von Erweiterungsabsichten und -erfordernissen der ansässigen Betriebe
> Klärung der bauleitplanerischen Rahmenbedingungen und der städtebaulichen Zielvorstellungen für die Entwicklungsperspektiven der bestehenden Gewerbebetriebe (bei fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten der Gewerbebetriebe am heutigen Standort Prüfung einer eventuellen Betriebsverlagerung im Rahmen eines regionalen Gewerbeflächenpools)
> Konkretisierung von Nutzungs- und Gestaltungskonzepten
> Aufbau eines Leerstands- / Flächenmanagements
> Sanierung, Neuordnung oder Rückbau leerstehender Bausubstanz
> Verzicht auf weitere Neuausweisung von Wohngebieten am Ortsrand
> Neuordnung / Aufwertung von öffentlichen Freiräumen
> Stabilisierung der Grundversorgung / Entwicklung ergänzender Angebote
> Entwicklung eines Förderkonzeptes

Maßnahmenübersicht

1. Städtebauliche Rahmenplanung
> Vertiefung -Projektplanung, vertiefende Untersuchungen, überörtliche Konzepte

2. Verbesserung der Erschließung von bestehenden Gewerbebetrieben
Erschließung Natursteinwerk Wachenfeld (Am Steinbruch) -Erschließung Sägewerk Butterweck (Alte Mühle)

3. Erweiterung der Sporthalle Külte 
Impulsprojekt -Erweiterung der Sporthalle

4. Energetische Gebäudesanierung
u. a. Errichtung einer Photovoltaikanlage auf den Dachflächen der Sportanlage

5. Verbesserung des Handball-Standortes Külte
z.B. Aufstellung von Wegweisern und Hinweisschildern, Namensgebung für die Halle und entsprechende Beschriftung, bessere Vernetzung durch Internet-Links, etc.

6. Errichtung öffentlicher Stellplätze
Neubau einer Stellplatzanlage für die Sporthalle auf dem städtischen Grundstück Parzelle 160/9 (Teichweg/Kresspfuhl)

7. Verbesserung von Verkehrsverhältnissen
Umgestaltung von Ortseingangsbereichen, insbesondere aus Richtung Herbsen "Lützer Weg" und aus Richtung Twistesee "Alte Mühle"
Verbesserung der Vernetzung von Rad- und Gehwegeverbindungen (z.B. durch bessere Ausschilderung) zwecks Anbindung an die umliegenden Orte Nordwaldecks